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Wir setzen uns zum Ziel, theatrale Bildung im Kontext Schule zu unterstützen und weiterzuentwickeln.

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PROJEKT: MEINE GRENZE – DEINE GRENZE: Theaterpädagogik im Dienste der Gewaltprävention an Schulen

von Matthias Suske

Gewalt in vielen Formen ist in Schulen ein immer größer und wichtiger werdendes Thema.
Schulärztinnen und Schulärzte, Direktorinnen und Direktoren, Lehrerinnen und Lehrer schlagen Alarm, wissen aber oft nicht, was man außer Sanktionen und Gesprächen tun kann.

Ich glaube, dass gute Theaterpädagogik grundsätzlich viel in einer Klassenstruktur verändern und mithelfen kann, eine Stimmung des gegenseitigen Respektes, Vertrauens und Neugier aufeinander zu schaffen.
Die Wahrnehmung eigener Gefühle, des eigenen Körpers, die Wahrnehmung der Mitschüler/innen und ein möglicherweise neuer Blickwinkel auf sie, die Möglichkeit in neuen Kontakt mit ihnen zu kommen, das Ausprobieren verschiedener Rollen, das veränderte Vertrauen zu MitschülerInnen, aber auch die veränderte Sicht von Lehrer/nnen auf ihre Schüler/nnen und umgekehrt können viel in einer Klassengemeinschaft bewirken.

Die Schulärztin, Sozialmoderatorin und ich haben gemeinsam einen zweistündigen Workshop entwickelt, der in jeder 2.Klasse des BG/BRG Perchtoldsdorf durchgeführt wird. Er soll durch gezielte Übungen Grenzen bewusst machen und auch Sensibilität dafür schaffen, wo diese Grenzen verletzt werden, in welcher Form Täter, Opfer, Zuschauer da hineingeraten, was es für Folgen haben kann und welche Möglichkeiten eines Ausweges oder einer Prävention es hier gäbe.
Der Workshop hat bis jetzt guten Erfolg  und sehr gutes Feedback gehabt.

Die Übungen müssen natürlich der Klassensituation angepasst werden. Nicht alles funktioniert in jeder Klasse gleich.

.) eine Einführungsübung z.B. die durcheinandergehende Klasse muss gemeinsam ohne ein Zeichen zum Stillstand kommen, bringt Konzentration und vl. Sensibilität für die gemeinschaftlichen Aktionen danach.

.) eine Übung, in der alle im Raum verteilt sitzen und nur eine Person zu ihrem Sessel schreitet und ewig daran gehindert wird, weil sich andere drauf setzen und auch die nun leeren Plätze sofort besetzt werden, so dass die Person sich nie setzen kann, könnte Ausgangspunkt für eine Diskussion über Teamgeist, aber auch Ausgrenzung und Mobbing sein. (siehe Aufwärmübung, die Bettina Stokhammer an anderer Stelle genau beschreibt)

.) in einer Übung werden verschiedene Abstände ausprobiert, zwei Leute suchen den Abstand, der im Augenblick für beide stimmt, und experimentieren damit, was sich in der Wahrnehmung verändert, wenn man näher kommt, weiter weg geht.

.) in einer Übung berühren die Schüler/innen einander an den Handflächen und bewegen bei geschlossenen Augen die Hände, ohne dass jemand führt oder geführt wird. Ich bin bei mir und beim anderen, ich beobachte, was zwischen uns für eine Melodie entsteht. Ich füge mich nicht blind, ich gebe ein bisschen her und nehme ein bisschen auf.

.) Eine Gruppe Schüler/innen darf eine andere an der Schulter berühren, die Berührten beantworten das mit lautem JA oder NEIN.

.) eine Übung, in der Schüler/innen einander blind führen soll die Umsicht füreinander und das Vertrauen aufeinander schärfen.

.) Gewaltsituationen verschiedenster Art aus dem Alltag der Schüler werden in Kleingruppen in Bildern nachgestellt und danach besprochen - sowie anschließend in Themenbereiche geordnet:
Körperliche Gewalt, physische Gewalt, Gewalt an Dingen, Gewalt in den Medien

Im letzten Teil werden Geschichtenden an die Jugendlichen ausgeteilt, in denen es um Verlockungen, Geheimnisse, Übergriffe geht. Sie sollen Fragen dazu beantworten, wie z.B. wem das Geheimnis nützen soll, was für Gefühle auftauchen, ob etwas gesagt werden darf, soll, muss.
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